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Valborg Werbeck-Svärdström  1879 - 1972

Werbeck-Svärdström

 

Valborg Werbeck-Svärdström wurde weit im nördlichen Scheweden geboren und hatte ihre Kindheit da in intimster Berührung mit der Natur verbracht. Der Gesang war seit ihrer frühesten Kindheit ein bestandteil ihrer Lebensnatur. Sie streifte unermüdlich singend in den Wiesen und Wälder umher. Schon früch wurde ihre ausserordentliche gesangliche Begabung entdeckt. Das Solosingen mit dem Schulchor war ein Selbstverständlichkeit. Schon mit zehn Jhren hat sie unter anderem bereits in Kirchenkonzerten gesungen. "Mir war das Singen einfach mein Lebenselement", sagte Svärdström später. Sie konnte mühelos hoch singen, bis zum dreigestrichene Gis und A. Koloraturen waren ihr wie angeborenes.

Mit fünfzehn Jahren Valborg Svärdström als Gesangsschülerin zur königlich-musikalischen Akademie in Stockholm. Die Gesangsschulung hat ihrer natürlichen Art zu singen nich nur gut getan. Ihre Stimme war nicht besonders kräfrig. Das Streben nach stimmlichem Volumen hat allmälich in Schwierigkeiten geführt.

Sie hat gleichzeitig selbstständige Konzertreisen gemacht und in der Opernschule der Musikalische Akademie studiert. In ihrem einundzwanzigsten Lebensjahr debutierte sie als "Mignon", "Susanne" (Le nozze di Figaro) ja "Lackmé". Danach wurde sie als Mitgliede der Hofoper aufgenommen.

Die Opernaufgaben stellten grosse Anforderungen an die Sitmme der jungen Sängerin. Unter anderem hat sie in einer Saison acht grosse Hauptrollen gesungen. Eine wohltuende Unterbrechung in diese diese anstrengende Arbeit brachte ein grösseres, von der Akademie verliehenes Reisestipendium zum weiteren Studium in Paris, Italien und Deutschland z.B. unter der Leitun Desirée Artots.

Diese vielen anspruchsvollen Aufgaben und Gesangsschulung hatten verhärtend auf das Gesangs-Instrument Svärdströms gewirkt. Ein Tenor Der Opern in München, Heinrich Knote, warnte Svärdström in einem Gespräch, nach einer Probe, über mögliche voraussichtliche Stimmschwierichkeiten.

Am ende einer Saison, mit fünfundzwanzig Jahren, als Svärdström noch als Mitglieder der Hofopern gesungen hatte, bekam sie eine Art Lähmung der Stimmbänder. Die Stimme versagte plötzlich vollkommen. Es war für sie klar, dass sie in der bisherigen Art des Gesangsstudiums keine Hilfe finden könnte gegen das entstandene Problemen, dieses war eher die Ursache dessen. "Nun wusste ich deutlich genug…, dass ich nur aus eigener Kraft mich retten könnte." Heinrich Kote hatte gefragt: "Warum singen Sie nicht durch die Nase?" "Nun begann ich, da ich die Töne nicht mehr singen konnte, im Sprechen den Klang durch die Nase zu leiten… Ich sprach nasal und versuchte den Sprachklang festzuhalten, auszudehnen, bis er zu einem halb gesungenen Ton wurde. Auf diesen konzentrierte ich alle Kraft des Lauschens. Da tauchte in unerhört lebendiger Art die Erinnerung an meine Kinderstimme aus diesem Lauschen hervor! Das damals vorhandene silbrige Klingen in den Tönen trat fast wie ein selbständiges Wesen mir entgegen und liess mich nach dem Laut suchen, in dem dieses Klingen sich am besten ausdrücken liesse… So fand ich die Silbe - NG!"

So schildert Svärdström die ersten Schritte, die zu der Geburt "Der Schule der Stimmenthüllung" führten.

"Im Verlaufe von nur einigen Wochen hatte ich meine Stimme wiederbekommen, und da dieser Zusammenbruch am Anfang der Sommerferien eingetreten wae, konnte ich mit Saison-Beginn meine öffentliche Tätigkeit wieder aufnehmen. Nun aber wurde mir das Singen fast zur Qual. Es war ein ständiges Kompromisseschliessen zwissen der neuen und alten Art zu singen. Letztere suchte selbstverständlich stark zu behaubten, während die neue Art so zart, so ganz anders war, dass ich mich empfand wie zwissen zwei feindlichen Welten stehend."

Valborg Svärdström heiratete den Hamburger Louis Werbeck un zog nach Deutschland, sie hatte die Hofoper verlassen und konzentrierte auf Konzert- und Gastspieltätigkeit. Sie trat in fast allen Ländern Europas auf. "Ich konnte diese Aaufgaben nur dadurch bewältigen, dass ich in den Zwissenzeiten, besinders in den Ferien, nach der neuen Schule übte. So wurden die Schäden durch das neue Singen immer wieder ausgebessert und hintangehalten."

Durch ihren Ehemann hat Valborg Werbeck-Svärdström den Österreicher Rudolf Steiner und die von ihm begründeten Anthroposophie kennen gelernt. Die Zusammenarbeit mit Rudolf Steinerin wurde bedeutend in der Entwicklung des neuen Singen und Werbeck-Svärdström fing an zu ahnen, dass dieses 'neue Singen' auch eine weitere grundsätzliche Bedeutung haben könnte.

Allmählich entwickelte sich aus diesem Anfang eine Gesagsschule, die sich auch entfaltet hat in die pädagogische und therapeutische Richtung. Das Lebenswerk von Werbeck-Svärdström teilt sich eigentlich auf drei etwa dreissig Jahre lange Perioden, von denen der ehrste mehr dem aufführenden künstlerische Singen und der Entwicklung der Grundlage dieser Schule gewidmet war, der zweite sich besonders auf die Gesangspädagogik konzentrierte und die tritte vor allem mit der Arbeit an den therapeutischen und heilenden Möglichkeiten des Singens befasste.

Valborg Werbeck-Svärdström hat 1931 das letzte Mahl öffentlich, i9m Alter von 52 Jahren, in Verbindung mit einem Konzert ihrer Gesangsschule, gesungen. Die pädagogische Arbeit mit dem Singen konnte bis 1935 in Deutschland weitergeführt werden, bis der Aufkommende Nazionalsozialismus die Tätigkeit unterbrach. Werbeck-Svärdström ging nach Holland, wo sie u.A. in einer Waldorfschule in den Haag unterrichtete. Dann zog sie weiter nach Riesengebirge, nach Sleesien und danach weiter nach Pilgramshein in Breslau umgezogen. Von dort musste sie unter Krisgsunmständen nach Eckwälden flüchten, wo sie mit Gesangstheraphie arbeitete. Sie hat kaum mehr Gesangsschüler unterrichtet, sonden sah die gesanglich-therapeuthischen Fragen fast als ihre endgültige Aufgabe an. Sie arbeitete etwa drei Monate im Jahr in der Schweitz und den Rest des Jahres in Eckwälden, zusammen mit einigen Ärtzten. In dieser Zeit konnte sie zahlreiche Menschen helfen.

1951 hat sie mit 72 Jahren noch eine weite Reise nach Holland und England gemacht und überall Kursen gegeben. Mit 80 Jahren ist sie nicht mehr gereist und arbeitete in ihre Haus in Eckwälden und erforrste immer tiefer die therapeurishen möglichkeiten des Gesangs. In ihren letzten Lebensjahren gab sie die zentralen Inhalte ihrer Gesangsschule an einige jüngere Sänger und Musiker weiter. Den Auftrag die Gesangsschule weiterzutragen gab sie an Jürgen Schriefer.

Valborg Werbeck-Svärdström starb 1. 1. 1972 in Eckwälden